![]() | Kurzwelle Hören
Vor fast 100 Jahren begann das aufregende Medienzeitalter. Drahtlose Telegrafie, und später der Rundfunk, erreicht
selbst entlegene Winkel der Erde. Auch jetzt mit Internet und Satelliten-TV hat der Rundfunk nichts an Reiz verloren.
Was ist Rundfunk?
Rundfunk richtet sich nicht an bestimmte Empfänger, sondern an eine breit gestreute Hörergemeinde. Anders als Amateurfunk,
Seefunk und Flugfunk und als der Polizeifunk ist der Rundfunk eine nicht zielgerichtete Ausstrahlung. Meist handelt es sich
um Programme mit Unterhaltungs- oder Bildungsinhalt.
Funkwellen
Wie Wellen, wenn ein Stein ins Wasser geworfen wird, so breiten sich Funkwellen normalerweise kreisförmig um den Sender aus.
Mit Hilfe von Richtantennen kann man die Strahlrichtung etwas beeinflussen.
Die Ultrakurzwelle (UKW)
Funkwellen im UKW-Bereich breiten sich auf Sicht aus. Sicherlich kennen Sie noch Fernseh- und Radio-Antennen, wie sie z.T. drehbar
auf's Dach gesetzt wurden. Im Autoradio kennen wir die Folgen. Fährt man in den Schatten eines Berges, so kann es passieren, daß der Sender plötzlich verschwindet.
Tritt man aus dem Schatten des Berges heraus, so ist der Sender plötzlich wieder da. Auch Hochhäuser und andere Bauwerke können
ultrakurze Wellen dämpfen oder ganz zurückhalten.
Lange, mittlere und kurze Wellen
Längere Funkwellen folgen der Erdkrümmung, dies nennt man Bodenwelle. Die Reichweite der Bodenwelle ist nicht sehr groß. Außerdem muß man große Energien einsetzen.
Der Empfang auf Lang- oder Mittelwelle wird außerdem oft durch Gewitter und elektrische Geräte (Computer) gestört. Nachts ist der Empfang auf der Mittelwelle ganz passabel
und die Reichweite der Bodenwelle steigt. ![]() Aus dem Bild sehen Sie, daß die Funkwellen zwischen dem Sender, links im Bild, und dem Empfänger, rechts im Bild, mehrmals zwischen Ionosphäre und Erdoberfläche hin- und hergespiegelt werden. Im Extremfalle laufen die Wellen um die ganze Erde herum und kommen am Ausgangsort wieder an. Je öfter die Welle reflektiert wird, um so schwächer wird das Signal. Besonders groß sind die Reichweiten der Raumwelle am Tage, wenn Sende- und Empfangsort im Sonnenlicht liegen. Wenn Sie also hier in Europa Australien hören wollen, so klappt dies zumeist nur einen kurzen Moment, denn Europa und Australien werden nicht so oft gleichzeitig mit Sonne verwöhnt. Die Kurzwelle Der Frequenzbereich zwischen 1.6 MHz und 30 MHz wird als Kurzwelle bezeichnet. Der untere Bereich hat noch deutlich mehr Ähnlichkeit mit der Mittelwelle und am oberen Ende hat die Kurzwelle viel Ähnlichkeit mit der Ultrakurzwelle. Eigentlich gibt es gar nicht die Kurzwelle. Die Rundfunkbänder der Kurzwelle finden Sie hier. Die Sonnenflecken Die Explosionen auf der Oberfläche der Sonne folgen einem 11 jährigen Zyklus. Alle 11 Jahre entstehen besonders viele Explosionen an der Oberfläche des Zentralsterns. Diese Protuberanzen sind mit stark getönten Gläsern von der Erde aus als "Sonnenflecken" zu beobachten. Alle 11 Jahre spiegelt also die Ionosphäre besonders gut. Kurzwellenfans jagen Radiosender
Auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle können Sie keinen HiFi-Empfang erwarten. Aber im Urlaub auf Gran Canaria oder sogar in Thailand können Sie Nachrichten aus der Heimat empfangen.
Und so wie die Deutsche Welle aus Köln, und von anderen Stellen in der Welt, die deutsche Sicht der Dinge verkündet, so machen dies auch Sender in Japan, Australien, im Osten und
in Kanada. Hören Sie zu, wenn Radio Kairo über jüngste Ausgrabungen im Tal der Könige berichtet. Lauschen Sie den Parolen aus China und erfahren Sie ein Land im Wandel. Lernen Sie
Japanisch bei Radio Japan oder Englisch bei der BBC. Trophäen für Jäger
Wer auf die Jagd geht, der demonstriert auch gerne, was er erreicht hat. Wellenjäger prahlen gerne mit ihren QSL-Karten.
Wenn der Angler von seinen Rieeesenfischen schwärmt, so holt der Wellenreiter sein Album heraus. Wenn man einen neuen Sender
gehört hat, so schickt man dem Sender einen Empfangsbericht. Empfangsberichte sind für die Rundfunkstationen besonders wichtig,
weil die Sender natürlich erfahren wollen, ob der Empfang störungsfrei ist, oder ob man besser die Frequenz wechselt. Am
Sendeort in Australien beispielsweise kann die Frequenz ja durchaus frei sein, aber am Empfangsort in Europa treten Störungen
durch einen kleinen Sender auf dem Balkan auf. Vereine und Klubs
Auch Radiohörer und Kurzwellenfans organisieren sich. Das Kurzwellehören wird meist englisch als SWL (Shortwave Listening)
bezeichnet oder als Abkürzung aus dem Amateurfunk als DXing. DX steht für Long Distance. DX- und SWL-Klubs gibt es schon seit
Jahrzehnten. In größeren Städten gibt es regelmäßige Treffen. In Klubzeitschriften werden Meldungen
über seltene und neue Radiosender verbreitet, oder besonders schöne QSL-Karten vorgestellt.
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