Kurzwelle Hören

Vor fast 100 Jahren begann das aufregende Medienzeitalter. Drahtlose Telegrafie, und später der Rundfunk, erreicht selbst entlegene Winkel der Erde. Auch jetzt mit Internet und Satelliten-TV hat der Rundfunk nichts an Reiz verloren.
Rundfunk überwindet Grenzen und vermittelt Kultur. In vielen Ländern ist der Rundfunk immer noch einzige Informationsquelle auch in den entlegenen Landesteilen. Rundfunk ist gleichzeitig Träger des freien Wortes, wie auch Geißel der Unterdrücker.
Wußten Sie, daß

  • fast 50 Länder der Erde Programme in Deutscher Sprache austrahlen
  • viele hunderte Sender aus aller Welt in Deutschland zu hören sind.


Was ist Rundfunk?

Rundfunk richtet sich nicht an bestimmte Empfänger, sondern an eine breit gestreute Hörergemeinde. Anders als Amateurfunk, Seefunk und Flugfunk und als der Polizeifunk ist der Rundfunk eine nicht zielgerichtete Ausstrahlung. Meist handelt es sich um Programme mit Unterhaltungs- oder Bildungsinhalt.
Rundfunk wird ausgestrahlt in speziellen Frequenzbereichen:

  • Langwelle
  • Mittelwelle
  • Kurzwelle
  • und UKW.

Funkwellen

Wie Wellen, wenn ein Stein ins Wasser geworfen wird, so breiten sich Funkwellen normalerweise kreisförmig um den Sender aus. Mit Hilfe von Richtantennen kann man die Strahlrichtung etwas beeinflussen.

Die Ultrakurzwelle (UKW)

Funkwellen im UKW-Bereich breiten sich auf Sicht aus. Sicherlich kennen Sie noch Fernseh- und Radio-Antennen, wie sie z.T. drehbar auf's Dach gesetzt wurden. Im Autoradio kennen wir die Folgen. Fährt man in den Schatten eines Berges, so kann es passieren, daß der Sender plötzlich verschwindet. Tritt man aus dem Schatten des Berges heraus, so ist der Sender plötzlich wieder da. Auch Hochhäuser und andere Bauwerke können ultrakurze Wellen dämpfen oder ganz zurückhalten.

Lange, mittlere und kurze Wellen

Längere Funkwellen folgen der Erdkrümmung, dies nennt man Bodenwelle. Die Reichweite der Bodenwelle ist nicht sehr groß. Außerdem muß man große Energien einsetzen. Der Empfang auf Lang- oder Mittelwelle wird außerdem oft durch Gewitter und elektrische Geräte (Computer) gestört. Nachts ist der Empfang auf der Mittelwelle ganz passabel und die Reichweite der Bodenwelle steigt.
Mittelwellen seltener, aber besonders Kurzwellen, werden durch hohe Luftschichten der Ionosphäre reflektiert. Dies bezeichnet man als die Raumwelle.
Unsere Erde ist von Luftschichten umhüllt. Die unterste Luftschicht, in der wir leben, nennt man Troposphäre. Darüber kommt die Stratosphäre. Die äußersten Schichten unserer Erdatmosphäre nennen wir die Ionosphäre. Diese Ionosphäre besteht wiederum aus mehreren Schichten, die zwischen 60 und 500 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt sind.
Die Sonne sendet ständig Partikelstrahlung aus. Dies sind staubkorngroße pulverförmige Teilchen, die bei den Eruptionen (Ausbrüchen) auf der Oberfläche der Sonne fortgeschleudert werden. Manchmal sind auch größere Teile dabei. Aber auch aus dem Weltraum fängt die Erde, wie ein großer Magnet, Meteoriten und andere Teile ein.
Diese Teile verglühen durch die enorme Reibung, wenn sie in die Erdatmoshäre eindringen. Die äußeren Schichten der Atmosphäre, die Schichten der Ionosphäre, werden hierdurch sehr stark erhitzt. So wie eine heiße Straße im Sommer das Licht spiegelt, so beginnt diese Schicht plötzlich Funkwellen zu reflektieren. Natürlich ist die Erwärmung, und die Fähigkeit der Ionosphäre zu spiegeln, stark abhängig von den Eruptionen auf der Sonne.


Aus dem Bild sehen Sie, daß die Funkwellen zwischen dem Sender, links im Bild, und dem Empfänger, rechts im Bild, mehrmals zwischen Ionosphäre und Erdoberfläche hin- und hergespiegelt werden.
Im Extremfalle laufen die Wellen um die ganze Erde herum und kommen am Ausgangsort wieder an. Je öfter die Welle reflektiert wird, um so schwächer wird das Signal.
Besonders groß sind die Reichweiten der Raumwelle am Tage, wenn Sende- und Empfangsort im Sonnenlicht liegen. Wenn Sie also hier in Europa Australien hören wollen, so klappt dies zumeist nur einen kurzen Moment, denn Europa und Australien werden nicht so oft gleichzeitig mit Sonne verwöhnt.

Die Kurzwelle

Der Frequenzbereich zwischen 1.6 MHz und 30 MHz wird als Kurzwelle bezeichnet. Der untere Bereich hat noch deutlich mehr Ähnlichkeit mit der Mittelwelle und am oberen Ende hat die Kurzwelle viel Ähnlichkeit mit der Ultrakurzwelle. Eigentlich gibt es gar nicht die Kurzwelle. Die Rundfunkbänder der Kurzwelle finden Sie hier.

Die Sonnenflecken

Die Explosionen auf der Oberfläche der Sonne folgen einem 11 jährigen Zyklus. Alle 11 Jahre entstehen besonders viele Explosionen an der Oberfläche des Zentralsterns. Diese Protuberanzen sind mit stark getönten Gläsern von der Erde aus als "Sonnenflecken" zu beobachten. Alle 11 Jahre spiegelt also die Ionosphäre besonders gut.

Kurzwellenfans jagen Radiosender

Auf Lang-, Mittel- und Kurzwelle können Sie keinen HiFi-Empfang erwarten. Aber im Urlaub auf Gran Canaria oder sogar in Thailand können Sie Nachrichten aus der Heimat empfangen. Und so wie die Deutsche Welle aus Köln, und von anderen Stellen in der Welt, die deutsche Sicht der Dinge verkündet, so machen dies auch Sender in Japan, Australien, im Osten und in Kanada. Hören Sie zu, wenn Radio Kairo über jüngste Ausgrabungen im Tal der Könige berichtet. Lauschen Sie den Parolen aus China und erfahren Sie ein Land im Wandel. Lernen Sie Japanisch bei Radio Japan oder Englisch bei der BBC.
Einen besonderen Reiz üben auf mich die Rundfunksender in Mittel- und Südamerika aus. Kleine Rundfunkstationen, teilweise von Missionaren betrieben, irgendwo im Busch, lassen mein Herz höher schlagen. Obwohl ich kein Spanisch kann, so kann ich doch Tango, Rumba und Samba unterscheiden und wenn man aufmerksam zuhört, so weiß man um was es da geht.

Trophäen für Jäger

Wer auf die Jagd geht, der demonstriert auch gerne, was er erreicht hat. Wellenjäger prahlen gerne mit ihren QSL-Karten. Wenn der Angler von seinen Rieeesenfischen schwärmt, so holt der Wellenreiter sein Album heraus. Wenn man einen neuen Sender gehört hat, so schickt man dem Sender einen Empfangsbericht. Empfangsberichte sind für die Rundfunkstationen besonders wichtig, weil die Sender natürlich erfahren wollen, ob der Empfang störungsfrei ist, oder ob man besser die Frequenz wechselt. Am Sendeort in Australien beispielsweise kann die Frequenz ja durchaus frei sein, aber am Empfangsort in Europa treten Störungen durch einen kleinen Sender auf dem Balkan auf.
Für Empfangsberichte sind die Sender dankbar. Enthält der Empfangsbericht die notwendigen technischen Angaben und zusätzlich auch noch Details über das Programm, so bestätigt der Sender dem Hörer den Empfang mit einer Bestätigungskarte (QSL).

Vereine und Klubs

Auch Radiohörer und Kurzwellenfans organisieren sich. Das Kurzwellehören wird meist englisch als SWL (Shortwave Listening) bezeichnet oder als Abkürzung aus dem Amateurfunk als DXing. DX steht für Long Distance. DX- und SWL-Klubs gibt es schon seit Jahrzehnten. In größeren Städten gibt es regelmäßige Treffen. In Klubzeitschriften werden Meldungen über seltene und neue Radiosender verbreitet, oder besonders schöne QSL-Karten vorgestellt.
Hier einmal ein paar Internet-Adressen von Klubs:

  • Die Die ADXB-Deutschland e.V.
  • Die Die ADXB-Oesterreich
  • Die Assoziation Deutschsprachiger DXer und DX-Klubs hat ebenfalls eine Internet Seite.
  • Die Seite von Christoph Ratzer ist die interessanteste und aktuellste Seite zum Thema KW-Hören. Hier kann man auch ein Newsletter abonieren!"