 

| Mein Hobby, meine Empfangsstation ..
Im Jahre 1967, als Gymnasiast, habe ich einen Radiobausatz gewonnen. Unsere Tageszeitung veranstaltete zusammen mit der Firma Philips einen
Wettbewerb um 100 Baukästen. Ich war einer der Gewinner und dieser Gewinn hat mein Leben entscheidend beeinflusst. Zunächst einmal wurde
mein Interesse am Radiohören geweckt und die Elektronik wurde später mein Beruf.
Mein selbstgebauter Mittelwellenempfänger lieferte abends und nachts recht brauchbare Empfangsergebnisse. Radio Luxemburg, Radio Caroline und Veronica
waren für einen Teenager das Richtige.
Der alte ausrangierte Röhrenschinken aus der Verwandschaft jedoch lieferte auch der Sprung in die weite Welt. Radio Peking, Radio Vatikan waren die ersten
Auslandsstationen. Ich weiss heute nicht mehr ob es die Empfangstipps in der "Hör Zu" waren, aber irgendwie schrieb ich irgendwann meine ersten Empfangsberichte.
Wochen später erhielt ich meine ersten QSL-Karten. Mit einem Pater bei Radio Vatikan hatte ich regen Briefkontakt. Mein Vorschlag war das Programm
doch mit Pop-Musik für die Jugend attraktiver zu machen.
Ich wurde Mitglied im Schweizer Kurzwellenhörerklub und in der ADXB, einem damals gerade gegründeten Verein von ein paar KW-Freaks an der Bergstrasse.
Rasch waren ein paar Freunde für das neue Hobby begeistert und innerhalb kürzester Zeit gründeten wir einen Klub, den ADXB Ortsverein Meschede.
Um das Hobby einem größeren Publikum zu erschließen, führten wir in einem benachbarten Jugendheim eine Ausstellung durch. Wir damals gerade 15- oder 16-Jährigen
organisierten eine Ausstellung, komplett mit Pressearbeit, Unterstützung durch die Radiostationen und fast 300 Besuchern an zwei Tagen.
Diese Veranstaltung blieb nicht die einzige. In den Folgejahren fanden immer wieder solche Ausstellungen statt und unser Klub begann sich zu
etablieren.
Als Mitglied im Radio Japan-Klub Brilon habe ich an Camps im Sauerland, nahe dem heutigen Freizeitpark Fort Fun in Bestwig, teilgenommen.
Nach meiner Bundeswehrzeit, als junger Student machte ich mich selbständig. Ich baute Zubehör für den Rundfunkfernempfang. Zu den ersten Geräten gehörte
ein Eichmarkengeber. Das Signal eines 1 MHz Quarzoszillators mit TTL-Bausteinen 7400 wurde im Verhältnis /2 und /10 mit den Bausteinen 7490 zweimal heruntergeteilt.
Die entstehenden Signale wurden über einen Schalter selektiert und die dicken Marken, die man am S-Meter oder magischen Auge beim "durchkurbeln" feststellen konnte,
waren alle 500,100,50 oder 10 KHz eine willkommene Orientierungsmarke bei der Sendereinstellung.
Weitere Geräte folgten: Ein digitaler Frequenzzähler, Breitbandantennenverstärker und andere Zubehöre.
Vertrieben wurden die Fertiggeräte oder Bausteine an Klubfreunde in ganz Deutschland, Europa bis nach Afrika.
Mein Hobby hatte ich seit Anfang der 70er Jahre mit einem Empfänger Trio 9R59DS fortgesetzt. Den örtlichen Klub leiteten später meine Freunde weiter.
Damals habe ich mal an einem Kurzwellenhörercamp in Worpswede bei Bremen teilgenommen. Das hat uns ermuntert wenig später,
muss wohl Ende der 70er gewesen sein, ein DX-Camp auf dem Flugplatz Meschede-Schüren im Sauerland durchzuführen. Viele Freunde aus dem
gesamten Bundesgebiet von ADXB und ADDX haben damals daran teilgenommen und können sich sicherlich noch daran erinnern.
Mein Beruf nahm mich in der Folge immer mehr in Anspruch. Das Kurzwellehören trat in den Hintergrund bis ich mir vor ein paar Jahren
einen neuen Empfänger zulegte, den YAESU FRG-100.

Ich sitze mitten in einem Ort und beruflich habe ich mein Umfeld mit HF verseucht. Als Computermann liegen bei mir überall Netzwerkkabel und so mache ich mir meinen
Empfang etwas schwer. Wenn ich also ordentlich etwas empfangen will, dann muss ich raus in die Natur.
Der Bulli trägt uns in die Landschaft und dort baue ich dann meine Antennen auf. Den meisten Spaß bereitet mir das Tropenband. So habe ich mir auf ein paar
Kunststoff-Panzerrohre (Kupa-Rohr) eine 60 Meter Lambda/2 Antenne aufgewendelt. Das Dingen bildet einen guten Rundstrahler, steht im Sonnenschirmständer, meist
etwas an einen Baum angelehnt, denn die 9 Meter Kunststoffrohr biegen sich ganz schön durch.
Am letzten Wochenende habe ich erstmals eine 100 Meter lange L-Antenne ausprobiert. Die Bäume am Ende waren nicht hoch genug und der Durchhang war gewaltig.
In der Mitte mußte ich mit ein paar Stöcken schon unterstützen. Dafür war das Ergebnis auf fast allen Bändern so stark (teilweise weit über 9), daß die Super-Stationen trotz
Abschwächer bald 15 KHz nach oben und unten "rüberspratzten".
Bei nächsten Mal werde ich wohl Dipole oder inverted V-Antennen errichten, damit das Signal zwar gut, aber der Empfang selektiver ist.
Freunde aus der Region können sich gerne melden und sind bei meinen Expeditionen gerne gesehen, wenn sie sich ruhig verhalten.
Jetzt (8/2001) bekam ich einen zweiten Empfänger fast geschenkt. Früher hätte ich mir danach "die Finger geleckt": Ein YAESU FRG-7.

Wenn Ihr mir schreiben wollt zum Thema Kurzwelle, wenn Ihr Fragen habt, so hier die eMail-Adresse: radio@kirtz.de
 |